Vitale Balance – der Podcast rund um nährstoffreiche Ernährung, ganzheitliche Gesundheit und Lebensqualität

Irene Rosinski

Progesteron – Das unterschätzte Hormon für Gesundheit und Wohlbefinden

Warum Progesteron für dein körperliches und seelisches Wohlbefinden unerlässlich ist

15.01.2025 25 min

Zusammenfassung & Show Notes

In der heutigen Folge widmen wir uns einem oft unterschätzten, aber unglaublich wichtigen Hormon: dem Progesteron. Gemeinsam mit unserer wunderbaren Gast-Expertin Astrid Müller, Gesundheitswissenschaftlerin und Autorin des Buches "Hormonchaos – viele Symptome, eine Ursache", spreche ich über die vielfältigen Aufgaben von Progesteron in unserem Körper, typische Symptome eines Mangels und wie dieser mit PMS und anderen gesundheitlichen Beschwerden zusammenhängt. Außerdem erfährst du, welche natürlichen und medizinischen Ansätze es gibt, um einen Progesteronmangel auszugleichen, und wie eine ausgewogene Ernährung und ein gesunder Lebensstil zu hormoneller Balance beitragen können. 

In dieser Podcastfolge widmen wir uns einem oft unterschätzten Hormon mit weitreichenden Aufgaben: dem Progesteron. Gemeinsam mit der Expertin Astrid Müller, Gesundheitswissenschaftlerin und Autorin des Buches "Hormonchaos – viele Symptome, eine Ursache", beleuchte ich, warum Progesteron so viel mehr ist als ein Schwangerschaftshormon und welchen enormen Einfluss es auf unseren Körper und unsere Gesundheit hat. 

Was dich erwartet:
  • Aufgaben und Bedeutung von Progesteron: Von seiner Rolle als Neurohormon, über seine entzündungshemmenden Eigenschaften bis hin zu seinem Einfluss auf Schlaf, Stimmung und Haut – erfahre, warum dieses Hormon essenziell für das Gleichgewicht deines Körpers ist.
  • Symptome eines Progesteronmangels: Wir sprechen über typische Anzeichen wie PMS, Schlafprobleme, Verdauungsbeschwerden und die Auswirkungen auf das Immunsystem.
  • Progesteron in den Wechseljahren: Wie sich der Hormonspiegel verändert und welche Symptome ein Ungleichgewicht vor und nach der Menopause auslösen kann.
  • Therapieansätze und natürliche Unterstützung: Ob bioidentische Hormone, pflanzliche Präparate, Hormon-Yoga oder eine bewusste Ernährung – entdecke Wege, um deinen Progesteronspiegel auszugleichen und Beschwerden zu lindern.
  • Zusammenhang mit anderen Gesundheitsproblemen: Wir beleuchten die Verbindung von Progesteron mit Schilddrüsenproblemen, Autoimmunerkrankungen und dem Darm.
Warum solltest du diese Folge hören? Du lernst, wie Progesteron deinen Körper und deine Psyche beeinflusst, und erhältst wertvolle Tipps, wie du deine Hormonbalance unterstützen kannst. Diese Folge ist ein Must-Listen für alle, die ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden langfristig verbessern wollen – egal, ob du mit PMS, Wechseljahresbeschwerden oder anderen hormonellen Herausforderungen kämpfst.
Bleib dran und erfahre, wie du mit einem ausgeglichenen Progesteronspiegel zu mehr Energie, einem besseren Gemütszustand und einer gesteigerten Lebensqualität findest!

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Timestamps
00:00 Progesteron: Entzündungshemmend, neuroaktiv, unterstützt Schlaf und Zyklus
06:49 Progesteronmangel verursacht Symptome in den Wechseljahren
10:29 Mythos: Hormone schädlich, heutige Therapie risikoarm
14:23 Lebensstil ändern, Ernährung verbessern, Schilddrüse beachten
18:49 Ernährung, C-Circle, Nährstoffe, Progesteronmangel, Schilddrüse, Autoimmunerkrankungen
23:57 Abschließende Infos: Buch von Astrid Müller über Hormone und bioidentische Hormontherapie

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Ich bin Irene, Ernährungsberaterin, Gesundheitscoach, Hormoncoach i.A. und Triathletin und ich habe Hashimoto und Neurodermitis.
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Musik: LiQWYD "Sweet

Medizinischer Disclaimer: Alle Informationen in diesem Podcast sind Empfehlungen. Sie sind keine medizinische Anweisung und dürfen auch nicht als eine solche verstanden werden. Solltest du Beschwerden haben oder deine ärztliche Behandlung ändern wollen (z.B. Anpassung der Medikamente), besprich dies bitte vorher mit deiner behandelnden Ärzt*in. 
Irene Rosinski veröffentlicht in ihren Beiträgen ihre eigene Meinung und Erfahrung rund um Ernährungsumstellung, Hormonbehandlung und Autoimmunerkrankungen. Die Informationen dienen als alternative Wissensvermittlung. 
Im Falle einer vorliegenden Krankheit sollten meine Empfehlungen oder die meiner Gäste die ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung in keinem Falle ersetzen – es handelt sich nicht um eine Therapie, sondern um eine Ergänzung.

Transkript

In dieser Folge besprechen wir unter anderem, welche Rolle spielt das Hormon Progesteron in deinem Körper und warum ist es so wichtig für deine hormonelle Balance. Was sind die typischen Symptome eines Progesteronmangels und wie hängen sie beispielsweise mit PMS zusammen? Und welche natürlichen und medizinischen Ansätze gibt es, einen Progesteronmangel auszugleichen? Also egal, ob du gerade mit Hormonschwankungen kämpfst, mehr über deinen Körper erfahren möchtest oder einfach neugierig bist, diese Episode ist vollgepackt mit Wissen und Inspiration. Willkommen zur Vitale Balance, dem Podcast rund Ernährung, ganzheitliche Gesundheit und Lebensqualität. Deine Gastgeberin Irene Rosinski taucht mit dir ein in die Kraft der Nährstoffe, die ausgewogene Ernährung, in die wohltuende Wirkung von Bewegung und die Balance der Hormone, die entscheidend für dein körperliches und seelisches Wohlbefinden sind. Irene hat die Mission, in jeder Episode präventive Strategien und Tipps zu teilen. Höre die inspirierenden Geschichten von Menschen, die ihre Gesundheit auf die unterschiedlichste Art und Weise positiv und nachhaltig verändert haben. Wenn du auf der Suche nach praktischen Tipps, wissenschaftlichen Erkenntnissen oder einfach nur nach positiver Energie bist, dieser Podcast liefert die passenden Antworten. Herzlich willkommen zu der heutigen Episode. Ich habe heute die wunderbare Astrid wieder zu Gast und mit ihr spreche ich über ein wichtiges Hormon, was leider immer noch sehr unterschätzt wird, über Progesteron. Herzlich willkommen Astrid. Hallo Lili, Irene, schön da zu sein. Astrid, vielleicht stellst du dich noch mal ganz kurz vor für diejenigen, die dich noch nicht kennen. Ja, mein Name ist Astrid Müller. Ich bin Gesundheitswissenschaftlerin und Midlife-Autorin. Ich habe das Buch Hormonchaos – viele Symptome, eine Ursache geschrieben. Ich bin selber betroffen von sehr langem und beharrlichem Hormonmangel. Das Thema Progesteron ist eines meiner Lieblingsthemen zum Thema Hormongesundheit. Das Progesteronmangel ist quasi mein zweiter Vorname. Da freue ich mich sehr, mit dir heute darüber zu sprechen. Ja, vielen Dank. Vielleicht starten wir einfach mal damit, dass du mal kurz erläuterst, welche Aufgabe hat Progesteronen denn überhaupt in unserem Körper? Ja, Progesteronen gilt sozusagen als unser Neurohormon. Häufig ist es uns bekannt als das Hormon, was uns versorgt, wenn wir schwanger werden wollen oder schwanger sind und ein Kind austragen bzw. Was unsere Menstruation mitunterhält, unseren Zyklus. Aber Progesteron ist noch viel, viel mehr. Progesteron wirkt im Körper zum Beispiel entzündungspennend. Das heißt, wenn wir chronische oder akute Entzündungen haben, dann sorgt Progesteron dafür, dass diese abhängig ausheilen können, wenn wir gesunde Progesteronstände haben. Progesteron ist auch unser Neurohormon, weil es eine ganz starke Wirkung im Gehirn und im Verdauungsapparat hat, auch in unserem Bauchhirn, also ich spreche in den Darm. Das heißt, Progesteron wirkt angstdämpfend, es wirkt antidepressiv, es wirkt stimmungsaufhellend und es sorgt dafür, dass wir einschlafen können, dass wir durchschlafen können und dass wir gesunde Tiefschlaf-Phasen haben. Im Umkehrschluss bedeutet das auch, wenn wir einen Mangel daran haben, dass unser Schlaf beispielsweise gestört sein kann. Genauso wie unser Zyklus gestört sein kann, wenn wir zu wenig Propstikungen haben. Wie ich eben schon sagte, Progesteron wirkt auch ganz stark auf unser Immunsystem, weil es anti-entzündlich wirkt und es hat auch eine Initialwirkung auf andere Sexualhormone. Das heißt, wenn wir Progesteron in ausreichendem Ausmaß produzieren im Körper bzw. Wenn wir Progesteron substituieren, können wir im besten Fall auch dafür sorgen, dass unsere Schilddrüse besser funktioniert und dass unsere anderen Sexualhormone wie Testosteron und Oestrogen im ausreichenden Ausmaß produziert werden. Das macht Progesteron sehr besonders. Diese Wirkung haben die anderen Sexualhormone nicht. Das hat Progesteron quasi allein. Dann hat es auch eine große Wirkung wie Knochen. Progesteron wirkt in der Muskulatur und sorgt dafür, dass uns keine Muskeln abhanden kommen im Laufe unseres Lebens. Und es sorgt dafür, dass wir einen gesunden und stabilen Knochen haben. Es ist alleswegs immer nur das Östrogen, was unsere Knochen stabil hält. Es ist auch das Progesteron. Es sorgt auch für eine gesunde Libido. Es versorgt unsere Häute. Es ist nicht nur das Östrogen, was für eine Elastizität der Haut sorgt. Es sorgt für eine gute Durchfeuchtung der Haut. Es hat ganz vielfältige Aufgaben. Neben Fruchtbarkeit und Sexualität. Ja, sehr spannend. Du hast schon ein paar Mangelsymptome jetzt angesprochen und ein Mangelsymptom, worauf ich gerne noch mal eingehen würde, ist das prämenstruelle Symptom, also PMS. Wenn wir zu wenig Progesteron haben, können wir, wir müssen, das ist nicht zwangsläufig, aber es ist sehr häufig, ist ein Ausdruck davon, dass wir das sogenannte primenszuelle Syndrom haben. Das heißt, eine Woche vor unserer Periode bekommen wir Kopf- und Rückenschmerzen. Wir haben aufgetriebenen Leib, sind plötzlich sehr gebläht, leiden an Verstopfung. Und wir haben psychische Veränderungen. Das heißt, wir sind schlecht drauf, wir sind sehr leicht reizbar oder auch depressiv, haben Stimmungsschwankungen, haben Spannungsgefühle in den Brüsten bis hin zu richtig schmerzenden Brüsten. Und das kann sich dann sehr, sehr eignen, bis sozusagen die Menstruation einsetzt. Und es kann sich dann in der Menstruation auch noch fortsetzen mit einer sehr starken Periode. Also provisorischen Mangel ist auch häufig gekennzeichnet von sehr blutungsintensiven Perioden mit ziemlich viel Schmerz. Ja, da kann ich ja leider auch ein Lied von singen. Ich hatte ja auch diese Symptomatiken. Dann habe ich ja Gott sei Dank dich getroffen und du hast mich überhaupt erst darauf aufmerksam gemacht, auf diese Thematik. Und da bin ich überhaupt erst darauf gekommen, das auch mal überprüfen zu lassen bei meiner Frauenärztin. Und die konnte mir mit dem Thema dann auch etwas weiterhelfen. Was ich an der Stelle dann auch nochmal spannend finde zu hören ist, wie geht es dann weiter, wenn Frauen in die Wechseljahre kommen? Da sinkt der Progesteronspiegel. Was passiert denn dann? Ja, also der Progesteronspiegel sinkt tatsächlich schon vor dem Östrobünenspiegel. Das geht schon in den 30ern los. Beziehungsweise Frauen, die schon vorher einen Progesteronmangel hatten, leiden dann quasi doppelt, weil es sozusagen von Alterswegen zurückgeht und schon wenig war. Wenn sie dann in die Wechseljahre eintreten, dann vollzieht sich der Mangel des Progesterons, der vorher relativ gleichförmig war, wie im Jahr sich vollzieht, der kann dann schwanken. Also die Promesteronen können dann genauso schwanken, wie auch das Östrogen schwanken kann. Und das kann ziemlich heftige Symptome machen. Das kann dazu führen, dass in den Wechseljahren besonders starke Blutungen auftreten. Das kann dazu führen, dass in den Wechseljahren besonders starkes PMS auftritt, dass es zu Migräne kommt. Und tatsächlich, obwohl auch das Östrogen zurückgeht, noch Symptome einer sogenannten Östrogendominanz auftreten. Östrogendominanz ist immer dann da, wenn kontinuierlich zu wenig Promesteron vorhanden ist. Promesteron ist sozusagen der Antagonist vom hochreaktiven ist zu gehen und gleich das hochreaktive ist zu gehen aus. Wenn davon zu wenig da ist, spricht man auch von einer sogenannten Östrogendominanz. Und die kann tatsächlich auch in den Wechseljahren weiter bestehen. Deswegen finde ich das auch immer ganz wichtig, darauf hinzuweisen, dass wir auch in den Wechseljahren immer noch Progesteronen brauchen und auch ab der Menopause auch immer noch Progesteronen brauchen. Es gibt nämlich so ein Irrglauben in der Medizin, dass eine Frau ab einem bestimmten Alter, wenn sie kein eigenes Progesteron mehr produziert, es nicht mehr braucht. Und wenn sie Symptome hat, dann ist das alles, weil das Östrogen fehlt. Das stimmt so einfach nicht. Wir haben drei Sexualhormone und die haben alle drei eine ganz große Wirkung. In unserem Körper und auch in unserem Geist. Die sorgen auch für unser emotionales Wohlbefinden. Progesteron gilt häufig so als Gebärmutterschleimhautschutz in der Hormonersatztherapie. Möge eine Frau bitte auch Progesteron mit einnehmen, so sie dann auch Östrogen substituiert. Und wenn sie keinen Uterus mehr hat, braucht sie das nicht. Das ist falsch. Das stimmt so einfach nicht. Frauen brauchen, wenn ihre Hormone rückläufig sind, genauso Progesterone wie sie Oestrogen brauchen und unter Umständen auch Testosterone. Und das wird immer so ein bisschen gerne so ein bisschen unter den Tisch gekehrt. Deswegen möchte ich das jetzt heute noch mal ganz ausdrücklich sagen. Vor den Wechseljahren fehlt es häufig schon. Da wird es gerne bagatellisiert von der Gynäkologie und von anderen Ärzten beziehungsweise billigend in Kauf genommen, dass Frauen halt PMS haben und vor der Periode oder in der Periode leiden. Ist nun mal so? Nein, ist nun mal nicht so. Es ist Progesteronmangel. Und in den Wechseljahren und auch darüber hinaus ist Progesteron eins der drei Sexualhormone, was tatsächlich im Mangel sind? Das ist, finde ich, sehr, sehr interessant und auch wichtig zu wissen, weil das ja viele Frauen auch nicht wissen und darüber auch nicht gut aufgeklärt werden. Wenn du sagst, man kann hier mit der Hormonersatztherapie arbeiten, dann sprechen wir ja über bioidentische Hormone. Ganz genau, ja. Kannst du dazu noch mal ganz kurz was sagen? Also dich und mich erreichen ja dann auch immer viele Kundenstimmen, die dann eben sagen, ja, Gottes Willen und Hormonersatztherapie. Und da ist dann immer so eine Angst damit verbunden, dass das dann eben auch zu Krebs führen könnte. Vielleicht kannst du das nochmal klarstellen. Ja, es geistert bis heute den Mythos in unseren und auch an den Köpfen der Ärztinnen leider, dass Hormone etwas Schädliches sind. Das rührt daher, dass es eine amerikanische Langzeitstudie gab vor 20 Jahren. Die wurde auf Basis von synthetischen Hormonersatztherapie-Präparaten gemacht. Die haben nichts mit den heutigen Hormonersatztherapie-Präparaten zu tun. Die heutige Hormonersatztherapie ist auf Basis der Janswurzel. Der Wirkstoff heißt Diosminin. Ich könnte das aber kameraussprechen. Der ist zu 100 Prozent passgenau am menschlichen Hormonrezeptor. Das sind synthetische Hormone nicht, was uns zum Beispiel bei Kontrazeptiva den Verhütungseffekt beschert. Da ist er gewünscht. In der Hormonersatztherapie ist es ja nicht erwünscht. Da wünschen wir uns möglichst viel Kompatibilität am Rezeptor, damit wir möglichst viele Wirkungen haben. Diese bioidentischen Hormone haben ganz wenig Nebenwirkungen, weil sie nämlich zu 100 Prozent fast genau am menschlichen Hormonrezeptor sind. Es gibt noch keine Langzeitstudien zu dem Thema, aber es gibt viele Erfahrungsberichte von Langzeitanwenderinnen. Und es gibt Einzelstudien aus verschiedenen Fachbereichen der Medizin, die schon jetzt sehr deutlich darauf hinweisen, dass diese Therapie mit deutlich weniger Risiken verbunden ist, als die damals abgebrochene Women's Health Initiative. Wobei man zu der auch sagen muss, dass das eine Herz-Kreislauf-Studie war. Es war keine Wetzeljahres-Therapie-Studie, sondern es war eine Herz-Kreislauf-Studie. Die Teilnehmerinnen der Studie waren alle im fortgeschrittenen Alter. Die waren Wetzeljahresalter, die waren Menopausal und Postmenopausal. Das Durchschnittsalter war 60. Deswegen war es auch falsch, dann Schlüsse auf Frauen zu ziehen, die deutlich jünger sind. Leider berufen sich immer noch ganz viele auf diese Studie, obwohl von den ForscherInnen diese Studienergebnisse mittlerweile wiedergerufen wurden. Genau. Ich finde das einfach noch mal wichtig zu sagen, damit man das so ein bisschen im Hinterkopf hat und das, worüber wir sprechen, ist eben bioidentische Hormontherapie. Wobei, das kann ich vielleicht noch kurz sagen, Irene, ich glaube, es hält sich auch deshalb so beharrlich, weil in den Waschzetteln von Hormonersatztherapienpräparaten, den Bio-Identischen, stehen dieselben Risiken drin wie die für die synthetischen Hormone. Weil die Pharmaindustrie halt Angst hat, haftbar gemacht zu werden nach den Studienergebnissen von vor 20 Jahren, schreiben sie das überall rein. Egal, ob das für dieses Präparat gilt oder nicht. Das ist extrem schwierig für die Anwenderin und auch für die verordnenden Ärztin. Wenn man in so einen Waschzettel guckt und dann so eine Latte von Besikufaktoren aufgezählt bekommt und da steht nicht drin, gilt nicht für dieses Präparat, sondern für die synthetischen. Das steht da nicht drin. Das wird dann auf Nachfrage mitgeteilt, wenn man sich an diesen Pharmakonzern wendet. Das finde ich schwierig, sowohl für die Ärztinnen als auch für die Anwender. Das finde ich auch schwierig. Das ist auch ein klassisches Beispiel, wo wir Frauen in Gesundheitsfragen auch stark benachteiligt werden. Missinformation, die billigend in Kauf genommen wird, eine vermöhnliche Rechtssicherheit, das finde ich äußerst bedauerlich. Aber leider eben zulasten dann wieder der Frauen, denen ja eigentlich damit geholfen wäre. Abgesehen von den medizinischen Produkten oder von bioidentischer Hormontherapie gibt es ja auch noch natürliche Ansätze, mit denen man einen Hormonmangel zumindest anfangs erst mal ausgleichen könnte? Ja, also es gibt vielfältige Möglichkeiten, Hormongesundheit zu fördern. Also allen voran sage ich immer, dass es erst mal ganz wichtig ist, sich darüber klarzumachen, wie lebe ich, was esse ich, wie schlafe ich, wie bin ich. Das fängt damit an, sich selber zu beobachten, was für Arbeits- und Ruhephasen habe ich eigentlich. Habe ich ein aktives Stressmanagement? Wie sieht es aus? Bin ich genügend in Bewegung? Oder bewege ich mich möglicherweise zu wenig? Eine gesunde Hormonproduktion erfordert auch ein Mindestmaß an Bewegung, körperliche Bewegung. Und natürlich brauchen wir Nahrungsmittel, die uns nähren, damit wir Hormone produzieren können. Und wenn wir das sozusagen behindern, indem wir Dinge essen, die unserem Stoffwechsel zuwiderlaufen, wie zum Beispiel zuckerhaltige Lebensmittel, Nutzfleisch, Fertigprodukte, Transfette, was auch immer. Das sind alles Dinge, die unseren Stoffwechsel sozusagen belasten. Dann hat er auch keine Räume mehr, fang und frei, gesunde Hormone zu produzieren. Dafür braucht es ein Mindestmaß an funktionierendem Stoffwechsel. Und das können wir auch dadurch fördern, indem wir uns ganz gesund ernähren. Das davon profitiert auch unser Hormona-Aushalt. Und was ganz wichtig ist, ist, wir müssen unsere Schilddrüse im Auge behalten. Also unsere Schilddrüse hat starke Wechselwirkungen mit der Sexualhormonproduktion und umgekehrt. Das heißt, wenn unsere Schilddrüse krank ist, geht das auch zu Lasten der Sexualhormonproduktion, genauso wie umgekehrt. Wenn unsere Sexualhormone im Mangel sind, beispielsweise der angesprochene Progesteronmangel, wird auch immer unsere Schicksal darunter leiden. Und wenn die langfristig leidet, kann das bei der Frau sogar dazu führen, dass sie frühzeitig überzählt. Also es ist ein Domino-Effekt. Und im Darm übrigens genauso. Der Darm hat große Wechselwirkungen mit dem Gehirn. Das wissen wir ja inzwischen. Wir haben auch ein Darmhirn. Das hat die angewandte Medizin jahrelang immer geleugnet und hat ein bisschen gelächelt über das, was die traditionelle chinesische Medizin dazu gesagt hat. Und dann hatten wir BSE und plötzlich wurden dieselben Nervenzellen im Darm gefunden wie im Rinderhirn. Und dann war es plötzlich belegt, wir haben ein Darmhirn. Inzwischen hat man auch Hormonrezeptoren im menschlichen Darm gefunden. Hat Frauen Darm Progesterone Rezeptoren. Das wissen wir Frauen schon länger, weil nicht umsonst sind wir, bevor wir unsere Periode kriegen, immer sehr gebläht und kriegen sogar Durchfall, wenn wir dann unsere Periode haben. Beziehungsweise wir verhüten mit Kontrazeptiva und haben infolgedessen Symptome eines Altsdarm-Syndroms. Wir wissen die hormonellen Zusammenhänge mit unserem Darm, auch wenn sie noch nicht belegt sind. Da möchte ich noch mal ganz herzlich dazu einladen, dass wir das wahrnehmen und auch nicht absprechen lassen von Therapeutinnen oder Ärztinnen, die diese Zusammenhänge noch nirgendwo nachgelesen haben. Wenn wir sie so erleben, dann sind sie so. Das sollten wir einfach dann auch vor uns im Gedächtnis behalten für den möglichen nächsten Arzt. Ja, unbedingt. Und sowas auch gerne notieren, dokumentieren, damit man für sich die Symptome einfach mal sammelt und das dann als Dokument mitnehmen kann zum nächsten Arzt. Ja, sehr gut Hinweis. Aber du hattest noch nach Möglichkeiten gefragt, jenseits von Hormontherapie Progesteronemangel zu behandeln. Ja, es gibt psychotherapeutische Möglichkeiten. Also man kann zum Beispiel den Mönchspfeffer einnehmen, Agnes Castus, einige andere Präparate. Das ist sehr individuell verschieden, wie das hilft. Also manchen Frauen oder auch jungen Mädchen hilft es sehr, andere sagen nach nichts. Hormon-Yoga kann beispielsweise helfen, also bestimmte Formen der Körperarbeit können sehr helfen, die Fugosteron-Produktion zu stimulieren. Es gibt auch hämopatische Fugosteron-Präparate in D4, D6 mit verschiedener Ausprägung, die man nehmen kann. Wie gesagt, verschiedene Kräuterpräparate. Also es gibt eine ganze Palette an Möglichkeiten, ein gesundes Progesteron wieder anzuschieben? Ja, das finde ich gut, dass du noch mal darauf hinweist. Also ich finde, da darf man sich gerne auch dann mal selber schlau machen, was es alles so gibt und kann eine ganze Menge durchprobieren. Es gibt in Sachen Ernährung gibt es auch noch den sogenannten C-Circle. Das kann man auch gerne mal für sich versuchen, wenn man möchte. Also man hat auf jeden Fall relativ viele Möglichkeiten. Und ich würde auch gerne noch mal das Thema Ernährung anknüpfen, weil ich das auch ganz spannend finde. Du hast ja schon gesagt, gesunde, ausgewogene Ernährung ist sehr wichtig, auch vor dem Hintergrund, der Körper braucht natürlich auch die richtigen Nährstoffe, die Hormone zu produzieren. Und in dem Moment, wo ich einfach mich überwiegend von Fertigessen ernähre oder von sehr viel hochverarbeiteten Lebensmitteln, dann gebe ich meinem Körper ja nicht die nötigen Nährstoffe, weil da einfach nicht die Nährstoffe drin sind, die der Körper tatsächlich braucht. Und dann rutsche ich vielleicht auch in so eine Mangelernährung ab Und dann ist es dem Körper auch einfach nicht mehr möglich, wie du schon gesagt hast, bestimmte Stoffwechselprozesse aufrecht zu erhalten oder gut am Laufen zu halten bzw. Dann überhaupt die entsprechenden Stoffe zu produzieren. Ich würde auch gerne nochmal auf das Thema Autoimmunerkrankungen zu sprechen kommen. Du hast es ja schon angesprochen, dass ein Progesteronemangel eben auch für die Schilddrüse schwierig sein kann und dass ein lang anhaltender Progesteronemangel dann in der Folge wahrscheinlich auch zu Schilddrüsenunterfunktion führen können. Ja, tatsächlich. Nicht nur dazu, sondern auch zu anderen Erkrankungen. Ich beispielsweise bin mit Neurodermitis geboren. Ich habe offensichtlich ein angeborenes Hormondefizit. Das habe ich dann erst sehr viel später herausgefunden, als ich dann neben Nährstofftherapie und Ernährungsumstellung eine bioidentische Hormonersatztherapie begonnen habe, war nach 41 Jahren meine Neurodermitis weg. Von einem Tag auf den anderen. Die war einfach verschwunden. Unter anderem auch mein Reizdarmsyndrom. Und ich konnte meine Schilddrüsen-Hormone tatsächlich in der Hälfte reduzieren. Was ganz viele Hormontherapeutinnen beobachten, ist halt, dass viele Frauen, die irgendwann im Laufe ihres Lebens die Diagnose Hashimoto-Tereoritis erhalten, Hashimoto ist ja die Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, die mit Unterfunktionen einhergeht, ist, dass diese Frauen, retrospektiv betrachtet, schon seit Ewigkeiten premenstruelles Syndrom und damit Progesteronmangel hatten. Also man kann sozusagen den Weg des Progesteronmangels nachzeichnen. Wenn der lange besteht, in Teilen sogar über Jahrzehnte, dann ist es immer wahrscheinlicher, dass irgendwann eine Schilddrüse getroffen ist und sogar nicht nur mit Unterfunktionen, sondern auch mit einer Autoimmunerkrankung mit Unterfunktionen einhergeht. Und in den Wechseljahren kann das auch noch passieren. Also Es kann tatsächlich auch in den Wechseljahren oder im Zuge der Menopause eine Autoimmunerkrankung wie ein Hashimoto auftreten oder andere Autoimmunerkrankungen. Weil Also auch Östrogen, nicht nur Progesteron, sondern beide diese Sexualhormone wirken ganz stark anti-entzündlich und damit aufs Immunsystem. Es ist ja auch immer spannend zu sehen, dass bestimmte Erkrankungen auch gerade dann auftreten, wenn Frauen sehr starken hormonellen Schwankungen unterworfen sind. Das gibt ja so typische Phasen wie Pubertät, Schwangerschaft oder dann eben die Wechseljahre, wo dann typischerweise solche Sachen dann auftreten. Wie wirkt sich denn ein hausgeglichener Progesteronspiegel positiv aus? Also erst Erstmal in Abwesenheit des primärstuellen Syndroms. Unter Umständen auch in Abwesenheit von Schmerzen oder Migräne. Ohne Brustspann, ohne Reizbarkeit, mit einem ausgeglichenen Gemütshaushalt. Sollen wir einfach mal sagen, ein ausgeglichener Gemütszustand. Und natürlich mit einem gesunden Schlaf. Oh ja, leichter einschlafen kann, dass man leichter durchschlafen kann, dass man mehr Tiefschlafphasen hat, dass man sich im Ganzen ausgeglichener fühlt und nicht mehr so blutsig. Unter Umständen auch einen nicht mehr so aufgetriebenen und geblähten Bauch hat. Ja, also Viele Frauen leiden ja auch unter Symptomen eines Falzdarmsyndroms in Folge von Kontrazeptiva. Das wird leider sehr selten abgefragt, aber es ist eine Nebenwirkung von diesen hormonähnlichen Medikamenten, die verhüten. Da wird das körpereigene Progesteron ganz unterdrückt durch das synthetische Progesteron, was da verabreicht wird. Und das hat zur Folge, dass das auch auf den Verdauungsapparat wirkt und kann tatsächlich Symptome eines weitsamen Symptoms auslösen. Das heißt, wenn man gesunde Progesteron-Stände hat, ist es durchaus möglich, dass man einen schönen flachen Bauch hat und von der Verdauung gar nichts mehr merkt. Ja, fantastisch. Ich finde, das ist ein super Schlusswort, Astrid. Und ich möchte an der Stelle auch nochmal auf Astrids Buch hinweisen. Sie hat das Buch Hormonchaos – viele Symptome, eine Ursache geschrieben. Da sind viele Fallbeispiele drin von betroffenen Menschen, die unter Hormonmangel litten. Es ist auch beschrieben, wie diesen Menschen geholfen werden konnte. Mit unter anderem bioidentischer Hormontherapie. Und ich finde, das liest sich sehr, sehr spannend. Und Astrid hat hier auch noch mal erklärt, wie es zu Hormonmangel kommt, wie sich die Symptome äußern. Also wenn du dich zu dem Thema auch selber mal dazu einlesen möchtest, dann empfehle ich dir Astrids Buch. Ich verlinke das auch noch mal in die Show Notes. An dieser Stelle sage ich vielen Dank fürs Zuhören. Astrid und ich hören uns im nächsten Monat wieder. Dann wird es eine weitere Podcast-Folge geben zum Thema Östrogen und dann einen Monat später auch zu Testosteron. Also wir freuen uns, wenn du dann auch beim nächsten Mal wieder mit dabei bist. Ich sage vielen Dank soweit. Das war's für heute bei Vitale Balance. Wir hoffen, du konntest wertvolle Impulse für deine Gesundheit mitnehmen. Abonniere den Podcast, keine Folge zu verpassen. Spannende Themen und praktische Tipps warten auf dich. Schön, dass du dabei warst und bis zum nächsten Mal. Bleib vital!